So funktioniert ein Wasserfilter

Zo werkt een waterfilter

Du drehst den Wasserhahn auf, füllst dein Glas und trinkst. Ohne nachzudenken. Denn niederländisches Leitungswasser ist doch das beste der Welt, oder?

Es erfüllt die geltenden Grenzwerte, das stimmt. Doch die Flüsse und das Grundwasser, aus denen es gewonnen wird, werden von Jahr zu Jahr schmutziger. PFAS, Medikamentenrückstände, Pflanzenschutzmittel: Die Wasserversorger müssen immer mehr Aufwand betreiben, um sie herauszufiltern. Und was in den Leitungen deines eigenen Hauses passiert, kontrolliert niemand. Zeit, einmal genauer hinzuschauen, was aus deinem Wasserhahn kommt.

Was steckt in deinem Leitungswasser?

Unser Trinkwasser stammt zu etwa 60 Prozent aus Grundwasser und zu 39 Prozent aus Oberflächenwasser, etwa aus dem Rhein und der Maas. Die Wasserversorger selbst sagen, dass die Qualität dieser Quellen seit Jahren abnimmt. Sie finden darin immer mehr Pflanzenschutzmittel, Medikamentenrückstände und besonders besorgniserregende Stoffe wie PFAS (Omgevingsweb).

PFAS: der Stoff, der niemals verschwindet. PFAS werden auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie kaum abgebaut werden. Das Leitungswasser erfüllt die gesetzlichen Grenzwerte, doch das RIVM warnt, dass die Niederländer über alle Quellen zusammengenommen zu viel PFAS aufnehmen. Wenn du im Westen der Niederlande wohnst, wo mehr Flusswasser genutzt wird, liegen die PFAS-Werte in deinem Leitungswasser dauerhaft höher (Radar). Kläranlagen können PFAS nicht vollständig entfernen. Solange sie hergestellt werden, bleiben sie im Kreislauf.

Medikamentenrückstände. Schätzungen zufolge gelangen in den Niederlanden jedes Jahr mindestens 140 Tonnen Arzneimittelrückstände über die Kläranlagen in die Oberflächengewässer (Niederländische Regierung). Schmerzmittel, Antibiotika, Antidepressiva. Die Konzentrationen im Leitungswasser sind sehr niedrig, doch die Menge in den Quellen nimmt aufgrund der alternden Bevölkerung und des steigenden Medikamentenkonsums zu.

Blei aus den eigenen Leitungen. Dieses Problem tritt erst im Haus auf, hinter dem Wasserzähler. In schätzungsweise 100.000 bis 200.000 Häusern, die vor 1960 gebaut wurden, sind noch Bleileitungen verlegt, die nie ausgetauscht wurden. Aus ihnen können Bleipartikel ins Wasser gelangen, was besonders für Babys und Kleinkinder schädlich ist (NOS). Auch neue Leitungen können in den ersten Monaten Metalle abgeben (Radar).

Wenn etwas schiefgeht. Auch in den Niederlanden kommt es vor, dass ein Wasserversorger eine Abkochempfehlung herausgibt, zum Beispiel nach Arbeiten oder bei einer Verunreinigung. Dann musst du dein gesamtes Trinkwasser manchmal wochenlang abkochen.

Das Leitungswasser ist nicht unsicher. Aber „es erfüllt die Grenzwerte“ ist nicht dasselbe wie „es enthält keinerlei Stoffe“. Wer selbst bestimmen möchte, was er zu sich nimmt, kann einen zusätzlichen Schritt unternehmen.

Wie funktioniert die Filterung?

Ein Wasserfilter entfernt Stoffe auf zwei Arten aus dem Wasser: Er bindet sie an einer Oberfläche oder hält sie zurück, weil sie zu groß sind. Die meisten Filter für zu Hause und unterwegs kombinieren eine oder mehrere dieser Techniken.

Aktivkohle. Dabei handelt es sich um Kohle, die so behandelt wurde, dass sie voller winziger Poren ist. Dadurch hat ein Gramm eine enorme innere Oberfläche. Stoffe im Wasser bleiben an dieser Oberfläche haften; das nennt man Adsorption. Aktivkohle eignet sich besonders gut für organische Stoffe sowie für Geschmack und Geruch. Mineralien wie Calcium und Magnesium hält sie in der Regel nicht zurück. Gegen Mikroorganismen ist meist ein zusätzlicher Filterschritt erforderlich (Crate Club).

Ionenaustausch. Dabei werden unerwünschte geladene Teilchen wie Kalk oder bestimmte Metalle gegen unbedenkliche Ionen ausgetauscht. Diese Technik steckt oft in Wasserfilterkannen und macht das Wasser weicher.

Membranen. Eine Membran funktioniert wie ein extrem feines Sieb. Je kleiner die Poren, desto mehr wird zurückgehalten. Die Ultrafiltration hält beispielsweise Bakterien und Partikel zurück. Die Umkehrosmose geht am weitesten und entfernt fast alles aus dem Wasser – auch die Mineralien.

Wie gut ein Filter funktioniert, hängt nicht allein von der Technik ab. Auch die Menge des Filtermaterials, die Verweildauer des Wassers darin und das Alter des Filters spielen eine Rolle.

Welcher Filter passt zu dir?

Die beste Wahl hängt davon ab, wo du trinkst und was du erreichen möchtest.

Typ Einsatzort Technik Mineralien bleiben erhalten? Geeignet für
Filterflasche Unterwegs Meist Aktivkohle Ja Alle, die überall Leitungswasser trinken und keine Einwegflaschen kaufen möchten
Wasserfilterkanne Zu Hause, im Kühlschrank Aktivkohle + Ionenaustausch Teilweise (weniger Kalk) Alle, die zu Hause weicheres Wasser oder einen besseren Geschmack möchten
Wasserhahn- oder Auftischfilter Zu Hause, direkt an der Leitung Aktivkohle, manchmal mit Membran Meist ja Haushalte, die ihr gesamtes Trink- und Kochwasser filtern möchten
Umkehrosmose Zu Hause, unter der Spüle Feinmembran + Vorfilter Nein Alle, die fast alles aus dem Wasser entfernen möchten; ist allerdings teurer und verbraucht Wasser

Worauf du achten solltest

Ein neuer Filter funktioniert am besten. Jeder Filter leistet seine Arbeit, bis er voll ist. Wer regelmäßig einen neuen Filter einsetzt, kann sicher sein, dass das Wasser stets optimal gefiltert wird. Deshalb empfehlen wir, jeden Monat einen frischen Filter einzusetzen: ein kleiner Aufwand, ein großer Unterschied.

Für Leitungswasser gemacht. Eine Filterflasche ist dafür gedacht, dein Leitungswasser zu verbessern – zu Hause und unterwegs. Gibt dein Wasserversorger eine Abkochempfehlung heraus, solltest du diese selbstverständlich befolgen.

Blei bekämpfst du an der Quelle. Wenn du in einem Haus wohnst, das vor 1960 gebaut wurde, lass die Leitungen überprüfen. Spüle bis dahin den Wasserhahn eine Weile, bevor du trinkst. Ein Filter kann helfen, ersetzt aber keine neuen Leitungen.

Mineralien sind kein Problem. Calcium und Magnesium im Leitungswasser sind gesund und sorgen für Geschmack. Ein Filter, der sie im Wasser belässt, ist daher kein Nachteil.

Zum Schluss

Die Qualität unserer Trinkwasserquellen nimmt ab, PFAS reichern sich immer weiter an, und oft weißt du nicht, was in deinen eigenen Leitungen passiert. Du musst keine Angst vor deinem Wasserhahn haben, aber blindes Vertrauen ist auch nicht nötig. Ein guter Filter gibt dir eine zusätzliche Möglichkeit, selbst zu bestimmen, was du trinkst – zu Hause und unterwegs. Tausche ihn rechtzeitig aus und verwende ihn für Leitungswasser.

Quellen