PFAS im Leitungswasser: Was ist in den Niederlanden los?

PFAS in kraanwater: wat speelt er in Nederland?

Im September 2026 veröffentlichte Greenpeace eine Untersuchung, die viele Menschen aufschreckte: In mehr als einem Drittel der niederländischen Haushalte enthält das Leitungswasser mehr PFAS, als das RIVM empfiehlt. Was bedeutet das? Ist dein Leitungswasser noch sicher? Und solltest du auf Flaschenwasser umsteigen? (Kurz gesagt: nein.) Wir fassen die Fakten zusammen.

Was ist PFAS?

PFAS (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) ist der Sammelbegriff für rund 10.000 vom Menschen hergestellte chemische Stoffe. Sie werden verwendet, weil sie Wasser, Fett und Schmutz abweisen, zum Beispiel in der Antihaftbeschichtung von Pfannen und in wasserdichter Regenkleidung.

Das Problem: PFAS werden in der Natur kaum abgebaut. Deshalb werden sie auch Forever Chemicals genannt. Durch Einleitungen, Emissionen und entsorgte Produkte gelangen sie in den Boden, die Luft und das Wasser – und bleiben dort.

Wie gelangen PFAS in dein Leitungswasser?

Niederländisches Trinkwasser wird aus Grundwasser oder Oberflächenwasser gewonnen, zum Beispiel aus Flüssen. Laut dem RIVM enthält Trinkwasser aus Oberflächenwasser mehr PFAS als Trinkwasser aus Grundwasser. Flüsse wie der Rhein bringen Schadstoffe aus dem Ausland in die Niederlande.

Die Wasserversorger geben ihr Bestes, um PFAS herauszufiltern, doch die Stoffe lassen sich nur schwer entfernen und die Unternehmen können die Verschmutzung nicht an der Quelle stoppen.

Was sagt das RIVM?

Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) untersucht PFAS seit Jahren. Die wichtigsten Schlussfolgerungen:

  • Die Niederländer nehmen zu viele PFAS auf. Viele Menschen überschreiten durch Lebensmittel und Trinkwasser zusammen den gesundheitlichen Richtwert.
  • Langfristige Belastung kann Folgen haben. Wer über einen längeren Zeitraum kleine Mengen PFAS aufnimmt, kann laut RIVM dadurch negative Auswirkungen auf das Immunsystem erleiden.
  • Ein strengerer Richtwert. Nach EU-Recht dürfen gesetzlich höchstens 100 Nanogramm PFAS in einem Liter Trinkwasser enthalten sein. Auf Grundlage neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse empfiehlt das RIVM einen deutlich strengeren Wert: 4,4 Nanogramm pro Liter.

Was sagt Greenpeace?

Greenpeace analysierte die öffentlich zugänglichen Messdaten aller zehn niederländischen Wasserversorger und bewertete sie anhand der Methode des RIVM. Die Ergebnisse:

  • Bei mehr als einem Drittel der Haushalte liegt der PFAS-Wert im Leitungswasser über dem RIVM-Richtwert von 4,4 Nanogramm pro Liter.
  • Vor allem im Westen der Niederlande, insbesondere in Nordholland, sind die Werte hoch. In der Umgebung von Zaandam und IJmuiden liegen sie mehr als dreimal über dem Richtwert, bei Alkmaar und Den Helder etwa zweieinhalbmal und in Amsterdam mehr als doppelt so hoch.
  • Überall liegt das Wasser weiterhin deutlich unter dem gesetzlichen EU-Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter.

Greenpeace hat außerdem einen Postleitzahlen-Checker eingerichtet, mit dem du sehen kannst, wie viel PFAS im Leitungswasser in deiner Gegend enthalten ist. Wie das RIVM empfiehlt Greenpeace, weiterhin ganz normal Leitungswasser zu trinken. Die Organisation setzt sich vor allem für ein Verbot von PFAS ein, damit das Problem an der Quelle angegangen wird.

Musst du dir Sorgen machen?

Die ehrliche Antwort: kein Grund zur Panik, aber auch kein Grund, das Problem zu ignorieren.

Niederländisches Leitungswasser ist sicher und erfüllt die gesetzlichen Grenzwerte. Auf Wasser in Plastikflaschen umzusteigen, ist keine gute Idee: Das verursacht Berge von Einwegplastik und ist außerdem nicht unbedingt PFAS-frei. Gleichzeitig weisen sowohl das RIVM als auch Greenpeace darauf hin, dass die PFAS-Werte sinken müssen. Die eigentliche Lösung liegt bei Politik und Industrie: Sie müssen die Einleitung und Herstellung von PFAS stoppen.

Möchtest du in der Zwischenzeit selbst etwas tun, um deine Belastung zu senken? Dann ist ein guter, getesteter Wasserfilter ein sinnvoller Schritt.

Was kannst du selbst tun?

  1. Prüfe deine Postleitzahl. Sieh im Postleitzahlen-Checker von Greenpeace nach, wie das Leitungswasser in deiner Region abschneidet.
  2. Trink nicht einfach dein Leitungswasser. Laut dem RIVM nehmen viele Niederländer bereits mehr PFAS auf, als gesund ist, und es dauert Jahre, bis PFAS aus deinem Körper verschwindet. Jedes Glas zählt also. Flaschenwasser ist keine Lösung: Berge von Plastik und nicht unbedingt PFAS-frei. Gefiltertes Leitungswasser dagegen schon.
  3. Filtere dein Wasser, aber wähle mit Bedacht. Nicht jeder Filter entfernt PFAS aus dem Wasser. Frage immer nach unabhängigen Testergebnissen: Welche Stoffe wurden getestet, nach welcher Methode und in welchem Labor?
  4. Wechsle deinen Filter rechtzeitig aus. Ein Filter funktioniert nur während seiner Lebensdauer zuverlässig.

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Quellen